Zyklusgerechte Ernährung: Warum ich keine strengen Regeln mehr befolge
01. August 2026
In jedem Workshop werde ich gefragt: „Was soll ich in welcher Zyklusphase essen?" Und ja – die Idee, den Körper je nach Zyklusphase mit den passenden Nährstoffen zu versorgen, finde ich wirklich schön und ich verstehe auch, warum so viele sich von der Idee der zyklusbasierten Ernährung angezogen fühlen. Trotzdem möchte ich dir heute erklären, warum ich inzwischen bewusst darauf verzichte, dir eine strenge Anleitung zu geben, was du wann essen sollst.
Wie alles begann: Mein Weg zur zyklusgerechten Ernährung
Als ich begann, zyklisch zu leben, wollte ich es „richtig" machen. Ich habe versucht, meine Ernährung genau an meine Zyklusphase anzupassen. Vielleicht kennst du dieses Gefühl, dass plötzlich noch ein weiterer Bereich dazukommt, in dem man „perfekt" sein möchte.
Ich habe selbst eine Geschichte mit einer Essstörung. Deshalb versuche ich heute, so wenig Restriktion wie möglich in meine Ernährung zu bringen. Und ehrlich gesagt: Meine Gesundheit hat davon enorm profitiert. Statt mich unter Druck zu setzen, in jeder Phase genau die „richtigen" Lebensmittel zu essen, folge ich heute eher groben Leitlinien und meinem Körpergefühl.
Auf den Körper hören statt starren Regeln folgen
Wenn ich mich weniger an feste Vorgaben klammere, kann ich intuitiver essen und das, was gerade in der Region Saison hat. Ich glaube daran, dass saisonale Lebensmittel genau die Nährstoffe liefern, die wir in der jeweiligen Jahreszeit brauchen. Viele Lebensmittel, die in zyklusbasierter Ernährung empfohlen werden, haben bei uns dann nicht unbedingt Saison und müssen von weit herkommen.
Was zyklusgerechte Ernährung für mich heute bedeutet
Statt fester Regeln orientiere ich mich an groben Tendenzen, die ich flexibel an mein Körpergefühl anpasse.
So sieht das für mich im Alltag aus:
- So wie die Natur, hat auch unser Körper Jahreszeiten: Menstruation = Winter und Ovulation = Sommer. Genauso wie wir in der kalten Jahreszeit eher Lust auf Warmes haben und im Sommer auf leichte Gerichte, übertrage ich dieses Prinzip auch auf den Menstruationszyklus.
- Ausgewogene Makronährstoffe: also Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß in einer Mahlzeit kombinieren
- Ich versuche, meinen Blutzuckerspiegel stabil zu halten (dafür gibt es viele einfache Alltagstricks).
- In der Lutealphase baue ich mehr komplexe Kohlenhydrate ein, zum Beispiel Süßkartoffeln, Vollkornprodukte oder Hülsenfrüchte.
- Wo es passt, integriere ich probiotische (z. B. Joghurt, Sauerkraut, Kombucha) und präbiotische Lebensmittel (z. B. Leinsamen, Äpfel, Zwiebeln).
- Ich versuche, Saatennöle zu vermeiden.
Frieden mit zyklusbasierter Ernährung
Zyklusgerechte Ernährung kann eine wertvolle Orientierung sein, wenn wir sie nicht zu einer weiteren Quelle von Druck oder Perfektionismus machen. Was du wann isst, darf sich leicht und stimmig anfühlen, nicht wie eine zusätzliche Aufgabe.
Hat sich dein Verhältnis zu Essen und deinem Zyklus mit der Zeit auch verändert? Wie sieht Ernährung für dich aus, wenn du den Perfektionismus herausnimmst?